BroadChain News, 23. April, 17:16 Uhr – Das Sicherheitskomitee von Arbitrum hat kürzlich von seiner Notfallbefugnis Gebrauch gemacht und etwa 72 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten von einer Adresse eingefroren und zurückgeholt, die mutmaßlich von nordkoreanischen Hackern kontrolliert wurde. Dies ist das erste Mal in der Kryptoindustrie, dass eine L2-Ebene eine „Gott-Berechtigung“ nutzt, um Gelder auf der Chain einzufrieren. Sicherheitskomitee-Mitglied Griff Green erläuterte in einem Podcast den Entscheidungsprozess und die Kontroversen im Detail.
Griff Green wies darauf hin, dass die „Unveränderlichkeit“ der Blockchain im Wesentlichen ein Missverständnis sei, dessen Grundlage im sozialen Konsens liege. Er verglich den The-DAO-Hack von 2016 mit dem aktuellen Vorfall und betonte, dass die Logik beider Aktionen ähnlich sei: Regeln durch Gemeinschaftskonsens zu ändern. Bei dieser Aktion arbeitete das Sicherheitskomitee mit dem Seal-911-Team zusammen und nutzte einen 9-von-12-Multisig-Mechanismus, um die Gelder auf eine neue Adresse zu transferieren.
Griff Green kritisierte Circle für dessen „anhaltende Untätigkeit“ im Fall der nordkoreanischen Hacker und meinte, dass dessen Entscheidungen von Finanzberichten getrieben seien, während Tether die entsprechenden Gelder proaktiv eingefroren habe. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass nordkoreanische Hacker Schlüsselinhaber eher durch Social-Engineering-Angriffe angreifen als durch Smart-Contract-Schwachstellen. Die Hacker ließen die Gelder zwei Tage lang unberührt auf der Adresse, was ein Zeitfenster für die Aktion schuf.
Die zurückgeholten 72 Millionen US-Dollar werden durch eine Abstimmung der Inhaber des Arbitrum-DAO-Tokens über die Verteilung entscheiden. Griff Green plädierte dafür, dass die Gelder zu 100 % an die Nutzer zurückgegeben werden sollten. Er betonte, dass das Marktverhalten der wahre Grundstein der Dezentralisierung sei – wenn Nutzer mit der Entscheidung unzufrieden seien, könnten sie ihre Token verkaufen, um ihre Meinung zu äußern.
