BroadChain News, 4. April 13:00 Uhr – Der bekannte Silicon-Valley-Investor Naval Ravikant übernimmt persönlich die Leitung des neuen Fonds USVC Venture Capital Access Fund (USVC) von AngelList. Gemäß ergänzenden Offenlegungsunterlagen vom April 2026 fungiert Naval als Vorsitzender des Investmentkomitees des Fonds und ist für die Portfoliozusammenstellung sowie die Strategieaufsicht verantwortlich. Diese Regelung ist von großer Bedeutung, da das Kernverkaufsargument von USVC nicht einfach ein „Risikokapitalfonds mit niedrigen Einstiegshürden“ ist, sondern vielmehr die Bündelung und der Verkauf von Zugangsmöglichkeiten zu nicht börsennotierten Wachstumsunternehmen, die zuvor nur wenigen vorbehalten waren.
Die Website von USVC legt die Kernlogik klar dar: Die derzeit vielversprechendsten Unternehmen gehen immer später an die Börse, und der Börsengang (IPO) wandelt sich von einem Einstiegspunkt zu einem Exit-Punkt. Im Jahr 1980 betrug das durchschnittliche Gründungsalter von Unternehmen zum Zeitpunkt des Börsengangs in den USA 6 Jahre, heute hat es sich auf 13 Jahre verlängert. Diese zusätzlichen 7 Jahre bedeuten, dass ein Großteil der Wertschöpfung außerhalb des öffentlichen Marktes stattfindet. USVC zielt genau auf dieses Zeitfenster ab und investiert hauptsächlich in Risikokapitalfonds, Special Purpose Vehicles (SPVs) sowie private Wachstumsunternehmen. Dabei werden „private Wachstumsunternehmen“ als nicht börsennotierte Unternehmen definiert, die nach Einschätzung des Anlageberaters zum Zeitpunkt der Investition ein erhebliches Wachstumspotenzial aufweisen.
Zum 31. März 2026 hatte USVC 44,34 % seines Kapitals eingesetzt. Das Portfolio umfasst sieben Unternehmen: xAI, Crusoe, Anthropic, Sierra, Legora, OpenAI und Vercel. Unabhängig von der letztendlichen Performance ist die Botschaft, die AngelList an die Anleger sendet, klar: Unternehmen, von denen man bisher nur in den Nachrichten lesen konnte, sind nun über einen Fonds vor ihrem Börsengang zugänglich.
Rechtlich gesehen handelt es sich bei dem Fonds um eine geschlossene, verwaltete Investmentgesellschaft, die gemäß dem US-Investmentgesetz von 1940 registriert ist. Sie wurde ursprünglich am 8. April 2021 gegründet und am 7. August 2025 in einen Delaware Statutory Trust umgewandelt. Die Mindestanlagesumme beträgt nur 500 US-Dollar, es gibt keine weiteren Mindestanlageanforderungen, und sogar monatliche Sparpläne werden unterstützt. US-Nutzer müssen weder akkreditierte Anleger sein noch einem High-Net-Worth-Kreis angehören; der Kaufprozess ist ähnlich wie bei Retail-Finanzprodukten gestaltet.
Der Zugang zu nicht börsennotierten Unternehmen ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer einfachen Investition. Anleger erwerben lediglich Fondsanteile. Der Fonds hält diese Unternehmen indirekt über Risikokapitalfonds, SPVs und Direktinvestitionen, nicht aber in Form eines klaren, leicht liquidierbaren Eigentums, wie es beim Aktienkauf der Fall wäre. Darüber hinaus ist dieser Zugang mit hohen Kosten verbunden, die Gebührenstruktur des Fonds ist komplex, und die Liquidität der nicht börsennotierten Vermögenswerte ist äußerst gering. Anleger müssen sich auf eine langfristige Bindung ihres Kapitals einstellen.
