BroadChain erfuhr, dass die professionelle Short-Research-Organisation Culper Research am 6. März offiziell angekündigt hat, derzeit Ethereum (ETH) und damit verbundene Wertpapiere zu shorten. Hauptziel ist dabei das an der NASDAQ notierte Unternehmen BitMine (Aktienkennung: BMNR).
Auf Basis umfassender Branchenrecherchen und datengestützter Analysen kommt Culper Research zu dem klaren Schluss, dass das sogenannte DAT-Modell (Digital Asset Treasury) – bei dem Finanzmittel zur künstlichen Aufwertung von Kryptowährungsbeständen eingesetzt werden – weitgehend gescheitert ist. Vermögenswerte im Ethereum-Ökosystem weisen insgesamt eine erhebliche Bewertungsblase auf, was für die Zukunft erheblichen Abwärtsdruck bedeutet.
I. Kernargument für die Short-Position: Das Geschäftsmodell von BitMine ist nicht nachhaltig – es handelt sich um „Scheinwachstum“
Culper Research analysiert das Kerngeschäftsmodell von BitMine detailliert und stellt fest, dass dessen Wachstumslogik nicht auf echter Profitabilität beruht. Stattdessen handelt es sich um ein „zyklisches Spiel“, das stetige Kapitalaufnahmen zur Aufrechterhaltung der Bewertung benötigt.
Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Durch den Verkauf neuer Aktien wird Kapital beschafft → mit diesem Kapital werden große Mengen Ethereum (ETH) gekauft → dadurch wird der ETH-Bestand pro Aktie künstlich erhöht → dies stützt eine hohe Aktienbewertung. So entsteht ein geschlossener Kreislauf aus „Kapitalbeschaffung – Coin-Kauf – Bewertungssteigerung“.
Diesem Modell fehlt jegliche nachhaltige Gewinnbasis. Sobald sich die Finanzierungsquellen verknappen oder die Marktstimmung kippt, droht die Bewertungsblase rasch zu platzen.
II. Massive Überbewertung: Die Prämie hat sich von den Branchenfundamentalen abgekoppelt
Ein Vergleich von BitMine mit anderen globalen Unternehmen, die ebenfalls das DAT-Modell anwenden, zeigt: Deren Aktienkurse liegen mittlerweile überwiegend unter dem Emissionskurs, die Nettoinventarwert-Prämie (NAV-Premium) ist verschwunden. Die Branche befindet sich insgesamt in einem Prozess der Rückkehr zu realistischen Bewertungen.
BitMine hingegen notiert weiterhin mit einer Prämie von rund 40 % über seinem Nettoinventarwert (NAV) – deutlich über dem Branchendurchschnitt. Damit ist die Bewertung vollständig von den Fundamentaldaten entkoppelt und birgt ein klares Abwärtspotenzial.
III. Unzureichende Transparenz: Gezieltes Verschweigen entscheidender Kennzahlen
Culper Research weist darauf hin, dass BitMine kürzlich die regelmäßige Offenlegung mehrerer zentraler Geschäftskennzahlen eingestellt hat. Dabei werden gezielt marktrelevante Informationen vermieden, darunter:
- den Nettoinventarwert des ETH-Bestands pro Aktie (der zentrale Bewertungsanker);
- die Anzahl und den Zeitplan neu ausgegebener Aktien (was unmittelbar die Verwässerung des ETH-Bestands pro Aktie beeinflusst);
- die Gesamthöhe der ETH-Bestände sowie deren Veränderung (ein Indikator für die Vermögensqualität und die Bewertungsstützkraft).
Culper Research ist der Ansicht, dass diese intransparente Informationspolitik bewusst eingesetzt wird, um die fortschreitende Verwässerung des ETH-Bestands pro Aktie und den Rückgang der Vermögensqualität zu verschleiern – und so kritische Nachfragen des Marktes zu unterbinden.
IV. Klare Abwärtspotenziale: Selbst bei stabilem ETH-Kurs droht BMNR ein Verlust von über 40 %
Culper Research liefert eine klare Bewertungsschätzung: Selbst wenn der Ethereum-Kurs auf seinem aktuellen Niveau verharrt, ergibt sich allein durch die Angleichung der BitMine-Aktie an eine branchenübliche Bewertung (d.h. die vollständige Eliminierung der Prämie und Angleichung an den NAV-Wert) ein potenzieller Kursverfall von über 40 %. Der Abwärtsdruck ist somit eindeutig.
V. Gesamte Ethereum-Assetklasse unter Druck: Drei zentrale Belastungsfaktoren
Neben den internen Problemen und der Überbewertung von BitMine identifiziert Culper Research mehrere Faktoren, die Ethereum selbst belasten und das Risiko einer mittelfristigen Korrektur erhöhen:
- Verlangsamter institutioneller Kapitalzufluss: Die Zuflüsse in Ethereum-Spot-ETFs haben ein vorläufiges Hoch erreicht; zusätzliche Mittel bleiben aus, sodass die aktuelle hohe Bewertung nicht länger gestützt werden kann.
- Schwache Fundamentaldaten: Kernindikatoren wie die Netzwerknutzung, die Blockchain-Einnahmen und die Menge der verbrannten Transaktionsgebühren können die hohe Preisbewertung nicht rechtfertigen – die Diskrepanz ist massiv.
- Makroökonomische und regulatorische Belastungen: Das anhaltend hohe globale Zinsniveau erhöht die Kapitalkosten und belastet risikoreiche Vermögenswerte. Gleichzeitig drückt die anhaltende regulatorische Unsicherheit im Krypto-Bereich auf die Stimmung.
VI. Kernergebnisse
- Die zentrale Logik des DAT-Modells („Wertsteigerung durch Coin-Haltung“) bröckelt; die Branche korrigiert sich insgesamt.
- Ethereum steht unter dreifachem Druck – durch Kapitalflüsse, schwache Fundamentaldaten und regulatorische Unsicherheiten – und könnte in eine mittelfristige Korrekturphase eintreten.
- BitMine (BMNR) und andere Ethereum-verknüpfte Vermögenswerte sind aufgrund ihres nicht nachhaltigen Geschäftsmodells, ihrer massiven Überbewertung und mangelnder Transparenz einem signifikanten Korrekturrisiko ausgesetzt. Das Abwärtspotenzial ist klar definiert.
